Nachholspiel Bezirksoberliga Frauen

SG Ahrbach/Bannberscheid – SSV 95 Wissen 30:24 (16:14)

Doppelbelastung als größte Herausforderung

Nur 24 Stunden nach einem kräftezehrenden Spiel am Samstag mussten die Damen des SSV 95 Wissen erneut ran – und das mit einem weiterhin ausgedünnten Kader. Trotz der widrigen Umstände reisten die Wissenerinnen mit breiter Brust nach Wirges: Die Spielfreude und Motivation des Vortages sollten als Treibstoff dienen, und genau das gelang eindrucksvoll – zumindest über weite Strecken der Partie.

Die Partie entwickelte sich von der ersten Sekunde an zu einem offenen Schlagabtausch. Bereits in der zweiten Spielminute stand es 2:2. Das Spiel blieb ein ständiges Auf und Ab: Mujezinovic (Nr. 13) verwandelte früh gleich zwei Siebenmeter zum 3:3 und 5:5 für die Gäste, während die Gastgeberinnen immer wieder in Führung gingen. Bis zur 9. Minute war noch kein Vorsprung sicher.

In der zweiten Viertelstunde übernahm Wissen sogar kurzzeitig das Kommando. Nach dem 9:8 für Ahrbach nahm der SSV in der 16. Minute seine erste Auszeit – ein frühes taktisches Signal. Demmer (Nr. 10) brachte die Gäste mit einem verwandelten Siebenmeter zum 9:9 und legte in der 17. Minute auf 9:10 nach, Unruh (Nr. 9) erhöhte auf 9:11. Wissen führte erstmals mit zwei Toren. Die Gastgeberinnen kämpften sich jedoch zurück: Über 11:11, 12:12 und 13:13 entwickelte sich ein packendes Hin und Her. Mit einem verwandelten Siebenmeter in der 28. Minute ging Ahrbach/Bannberscheid mit 16:14 in die Halbzeitpause – ein knapper, aber verdienter Vorsprung für die Heimmannschaft.

Nach dem Seitenwechsel zeigte der SSV zunächst keine Ermüdungserscheinungen. Klein (Nr. 14) und Quast (Nr. 4) verkürzten schnell auf 17:16, Unruh (Nr. 9) glich per Siebenmeter sogar zum 17:17 aus (36. Minute). Doch die Gastgeberinnen blieben beharrlich: erhöhte auf 19:17 und 24:20. Ab der 40. Minute setzte sich Ahrbach/Bannberscheid schrittweise ab – ein Zeichen, dass die volle Auswechselbank der Heimmannschaft nun konditionell den Unterschied machte. Technische Fehler und schlechte Abschlüsse auf Wissener Seite, bedingt durch nachlassende Konzentration nach hoher Spielbelastung, beschleunigten den Rückstand.

Nach der Auszeit des SSV in der 46. Minute konnten die Gäste den Rückstand kurzzeitig auf drei Tore verkürzen (Mujezinovic, 48. Minute, 24:21), doch Ahrbach/Bannberscheid antwortete sofort. In einer starken Schlussphase zogen die Gastgeberinnen in der 52. bis 54. Minute auf 28:22 davon. Wissen versuchte noch einmal gegenzusteuern – Stricker (Nr. 15) verkürzte auf 28:23, Unruh (Nr. 9) traf in der 57. Minute zum 29:24 – doch das letzte Wort hatten die Gastgeberinnen die in der 58. Minute den 30:24-Endstand markierten.

Trotz der 30:24-Niederlage hinterließen die Damen des SSV 95 Wissen einen starken Eindruck. Das Team, das innerhalb von nur 24 Stunden sein zweites Pflichtspiel bestritt und dabei auf zahlreiche Stammspielerinnen verzichten musste, zeigte über weite Strecken eine geschlossene Mannschaftsleistung – mit einer soliden Abwehr, guten Einzelaktionen und sehenswerten Spielzügen über den Kreis. Dass die Kräfte in der zweiten Hälfte nachließen, war menschlich und angesichts der Doppelbelastung mehr als verständlich. Der Kampfgeist, der Zusammenhalt und die Spielfreude stimmten das Team am Ende versöhnlich – und lassen für die verbleibenden Partien in der Bezirksoberliga zuversichtlich nach vorne blicken.

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