Die Wissener Damen erwischten vor heimischer Kulisse in der Konrad-Adenauer-Halle einen ordentlichen Start. In der Folge entwickelte sich zunächst ein offener Schlagabtausch, in dem Jule Flender und Lisa Demmer für den SSV wichtige Treffer setzten. Nach rund zehn Minuten geriet Wissen beim Stand von 5:8 jedoch erstmals klarer in Rückstand, weil die Gäste ihre Angriffe konsequent ausspielten und kleine Unkonzentriertheiten in der Wissener Deckung eiskalt nutzten.

Trotz des sich vergrößernden Rückstands arbeitete die Abwehr des SSV nun deutlich stabiler als noch im Hinspiel. Viele Aktionen wurden energisch verteidigt und im Angriff erspielte sich das Team immer wieder gute Chancen. Da aber weiterhin technische Fehler und der eine oder andere Fehlwurf dazukamen, ging es mit einem 13:18-Rückstand in die Pause – ein Ergebnis, das bei besserer Chancenverwertung durchaus knapper hätte ausfallen können.

Zu Beginn der zweiten Hälfte war der SSV gezwungen, auf mehreren Positionen umzustellen, was zu einem kleinen Bruch im Spiel führte. Vor allem in der Abwehr ließ man nun zu viele einfache Tore zu, sodass Neustadt seinen Vorsprung schnell in den zweistelligen Bereich ausbauen konnte. Im Angriff blieben die Wissenerinnen jedoch weiter gefährlich: Immer wieder fanden Melina Wendler, Katja Nassen und erneut Lisa Demmer Lücken in der Gäste-Defensive und hielten ihre Mannschaft damit im Spiel.

Auch von der Auszeit der Gäste Mitte der zweiten Halbzeit ließ sich Wissen nicht aus dem Rhythmus bringen und kämpfte bis zum Schluss um jede Aktion. Am Ende verwaltete Neustadt den Vorsprung routiniert und brachte den 31:24-Auswärtserfolg sicher über die Zeit, während der SSV bis zur Schlussminute durch einen verwandelten Siebenmeter von Ines Brück noch einmal Ergebniskosmetik betreiben konnte.

Im Vergleich zum deutlichen Hinspielergebnis zeigte der SSV 95 Wissen eine deutlich stabilere und engagiertere Vorstellung. Die Abwehrarbeit stimmte über weite Strecken der ersten Halbzeit, und auch im Angriff wurden viele klare Chancen herausgespielt, die phasenweise konsequent genutzt wurden. Mit nur einer gelben Karte und ohne Zeitstrafen agierten die Gastgeberinnen zudem sehr diszipliniert, während Neustadt zwei Zeitstrafen hinnehmen musste.

Auffällig war, dass das Team selbst in schwierigen Phasen nie die Köpfe hängen ließ und sich immer wieder ins Spiel zurückkämpfte.

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