Nur eine gute Halbzeit reicht in Andernach nicht

HSV Rhein-Nette II – SSV95 Wissen 26:18 (12:5)

Andernach. Im letzten Spiel des Jahres 2014 reisten die Herren des SSV nach Andernach um am späten Samstagabend (19:30h) gegen die Zweite des HSV Rhein-Nette anzutreten. Die Favoritenrolle war aufgrund der Tabellensituation und der Heimvorteils schnell den Gastgebern zuzuteilen. Dennoch waren auch die Gäste hochmotiviert, dem HSV Paroli zu bieten.

In der gewohnten 5:1-Abwehr ging es für die Herren des SSV zunächst darum, die doch sehr junge Truppe des HSV Rhein-Nette II, gespickt mit gar sieben (!) A-Jugendlichen, an Torerfolgen zu hindern. Dies gelang zunächst nicht und so stand es schnell 3:0. Auch der darauffolgende, erste Torerfolg der Wissener brachte keine Sicherheit. Stattdessen erhöhte sich der Abstand auf vier Tore (5:1) und Trainer Schmidt nahm nach 10 Minuten die erste Auszeit. In dieser forderte er seine Spieler zu konsequenterer Abwehrarbeit im Kollektiv auf, was auch seine gewünschte Wirkung zeigte. Immer besser gelangen die Absprachen untereinander und nach überlegt ausgespielten Angriffen der Gastgeber bekamen die Herren von der Sieg immer häufiger eine Hand an Gegner oder Ball, um so deren Spielfluss zu unterbinden. Die in der Deckung mühsam erkämpften Bälle wurden in der Folge viel zu einfach wieder hergeschenkt. Bis fast zum Ende der Halbzeit machte der SSV der Reserve des HSV ein Geschenk nach dem anderen. Durch schnell verlorene Bälle in der Vorwärtsbewegung und die, auf dem Weg zurück, zumeist noch unsortierte Abwehr, mussten immer wieder auch leichte Gegentore hingenommen werden. Es schliff sich der Eindruck ein, dass nur die Gastgeber den Ball hatten, da dieser scheinbar automatisch immer wieder zu ihnen zurückkehrte. Symptomatisch für diese Phase waren auch Situationen, in denen Abpraller auf direktem Wege in den Händen der Gastgeber landeten, die dadurch wiederum in gute Wurfpositionen gelangte. Aber auch die wenigen, aus dem gebundenen Spiel vorgetragenen Angriffe blieben in den meisten Fällen ohne Torerfolg. Einzig Sebastian Philipp, der für vier der fünf Tore in der ersten Halbzeit verantwortlich war, zeigte eine gute Offensivleistung. Insgesamt endete die erste Halbzeit ob eines fast schon desolaten SSV-Angriffs zu Recht mit 12:5 – wobei nicht zu vergessen ist, dass auswärts zwölf Gegentore in 30 Minuten für eine sehr ordentliche Abwehr sprechen.

Trotz des deutlichen Rückstandes waren die Motivation und der Wille im zweiten Spielabschnitt eine bessere Leistung abzugeben weiterhin ungebrochen. Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs ereilte die Wissener erneut ein 0:3-Tore-Lauf und die Gastgeber gingen erstmals mit zehn Toren in Führung (15:5). Scheinbar am Tiefpunkt angekommen gelang es den Gästen nun endlich über die sehr gute kämpferische Leistung in das Spiel zu kommen. Gewonnene Bälle in der Abwehr wurden nun nicht mehr einfach zum Gegner geworfen sondern die Angriffe wurden entschlossen und übersichtlich vorgetragen. So kamen auch die Torerfolge zurück und die Mannschaft wachte richtig auf. Der Rückstand wurde wieder bis auf fünf Tore verkürzt (20:15) und der Glaube, das Spiel drehen zu können, kam zurück. In dieser „Zwischeneuphorie“ kam es dann aber in der Abwehr zu drei Fehlern, die seitens des HSV in drei schnelle Tore umgemünzt werden konnten. Dadurch war das Spiel rund 8 Minuten vor Schluss beim Stand von 23:15 praktisch entschieden. Mit eiserner Kraft aber ohne die nötige Cleverness und Übersicht versuchten die Gäste noch einmal das Runder herumzureißen – vergeblich. Beim Stand von 26:18 ertönte dann die Schlusssirene, was abermals einer zu hohen Niederlage in fremder Halle entspricht.

Vor allem aber auf den zweiten Spielabschnitt lässt sich aufbauen und so bleibt trotz der Niederlage auch etwas Gutes vom Rhein mit an die Sieg zu nehmen.

Es spielten: Reifenrath (15/2) – Bayer, Brenner (1), F. Henseler, M. Henseler (2), Hohlstamm (1), Löhmann (2), Nickel (1), Orthey, Philipp (6), Renji (4), J. Rödder, M. Rödder, Schneider (1/1).

 

Die Herrenmannschaft des SSV95 Wissen überwintert, bei noch zwei ausstehenden Nachholspielen der Mitstreiter, wahrscheinlich auf einem ordentlichen siebten Tabellenplatz. Die Spieler bedanken sich in einem guten Handballjahr 2014 für die tolle Unterstützung der Zuschauer speziell in den letzten Saisonspielen der Spielzeit 2013/2014, vor allem aber auch für die super Stimmung bei den ersten drei Landesliga-Spielen in eigener Halle. Im Jahr 2015 geht es am 10. Januar zunächst auswärts in Bendorf weiter. Bis dahin: Frohe Festtage und einen guten Rutsch!