Derbysieger, Derbysieger – Hey, hey!

SSV95 Wissen – HSG Westerwald 35:25 (16:12)

Am vergangenen Samstag waren die Handballer der HSG Westerwald zu Gast in der Wissener Konrad-Adenauer-Halle. Der SSV (bis dato 4:4 Punkte) schien aufgrund der Tabelle einen leichten Vorteil gegenüber der HSG (2:6 Punkte) zu haben. Bereits in der Saisonvorbereitung waren die Mannschaften beim KSK-Cup in Hachenburg aufeinander getroffen und zeigten ein Duell auf Augenhöhe. Bei den letzten beiden Aufeinandertreffen in der Spielzeit 2012/13 hatte jeweils die HSG die Nase vorne, wodurch der SSV auf Wiedergutmachung gesinnt war.

Trainer Schmidt hatte ganz bewusst in der fünfwöchigen Zeit ohne Meisterschaftsspiel vermehrt die 3:2:1-Abwehr als Inhalt in sein Training aufgenommen. Diese sollte, besonders aggressiv interpretiert, im Derby gegen die HSG den Grundstein des Erfolges legen. Ebendiese Abwehr brauchte in den ersten Minuten auf dem Feld noch ein wenig Eingewöhnungszeit und lies so in einer engen Anfangsphase noch recht einfache Gegentore zu. In der gesamten ersten Halbzeit bot sich ein spannendes und gutes Handballspiel, in dem die Führung häufig wechselte. Den Westerwäldern gelang es zuerst, sich mit dem Torerfolg zum 3:5 mit zwei Toren in Front zu bringen. Jedoch nur kurze Zeit später hatte sich dieser Vorteil gedreht und der SSV konnte nach einem 6:2-Lauf seinerseits mit 9:7 in Führung gehen. Die Abwehr aufseiten der Wissener kam in dieser Zeit immer besser ins Spiel. Die Trainer-Vorgabe fruchtete immer besser und die unter Druck gesetzten HSGler wurden so erfolgreich aus deren Konzept gebracht. Nach einer weiteren gelungenen Abwehraktion nach rund 25 gespielten Minuten war Sebastian Philipp allein auf dem Weg zum Tor und wurde hierbei von der Seite von einem Spieler der HSG abgeräumt. Die daraus resultierende 2-Minutenstrafe, welche nach subjektiver Einschätzung der Gastgeber auch eine rote Karte zur Folge hätte haben müssen, brachte die Gäste so von der Rolle, das ihnen von dort an (Spielstand: 12:12) im ersten Spielabschnitt kein Torerfolg mehr gelang. Dass die Nerven bei den Westerwäldern blank lagen, zeigte sich rund drei Minuten vor Ende der ersten Halbzeit, als einer der HSG-Spieler nach einem im Angriff verlorenen Ball einem der Wissener Spieler mit voller Absicht und Wucht gegen den Unterschenkel trat. Die Hölle Alserberg bebte – nur der Schiedsrichter, dessen Blick bereits in die andere Richtung des Spielfeldes ging, hatte dieses Vergehen nicht gesehen und konnte diese Tätlichkeit daher auch nicht bestrafen.

Den zweiten Spielabschnitt begannen die Herren des SSV konzentriert und konnten den Abstand nach dem Halbzeitstand von 16:12 zunächst bis auf acht Tore vergrößern (22:14). Es schlichen sich, im Vergleich zu den bisherigen Saisonspielen, recht wenige technische Fehler ein und auch die Torquote von 70% war vorzeigbar. In der 44. Spielminute schwächte sich der SSV dann jedoch selbst. Philip Hombach (mit 8 Treffern bester Torschütze des SSV) kam bei einer Abwehraktion deutlich zu spät und erwischte seinen Gegenspieler im Gesicht. Hier griff der Schiedsrichter konsequent durch und zeigte ihm die rote Karte. Aber auch dadurch ließen sich die Mannen von Steffen Schmidt nicht mehr aus dem Konzept bringen. Andere Spieler sprangen in die Bresche und der SSV spielte auch in der Schluss-Viertelstunde seinen Stiefel weiter herunter. Im Verlauf der gesamten zweiten Hälfte durften auch wieder die Spieler mit weniger Einsatzzeiten in den bisherigen Spielen ran, was dem Spielfluss überhaupt keinen Abbruch tat. Statt das Ergebnis nur über die Zeit zu bringen, gelang es sogar, den Vorsprung stetig zu vergrößern. Die Lücken in der nun sehr offensiven Deckung der HSG wurden fast immer gefunden und falls doch mal ein Ball angefangen werden konnte, so war Daniel Reifenrath im Tor ein ganz sicherer Rückhalt für seine Vorderleute. Beim Stand von 35:25 ertönte dann die Schlusssirene und der Jubel in der sehr gut gefüllten Konrad-Adenauer-Halle brandete auf.

Trainer Schmidt nach dem Spiel: „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Sie haben sich von Nickligkeiten seitens der Gegner und Fehlentscheidungen des Schiedsrichters nicht aus der Ruhe bringen lassen. Sie waren heiß auf Handball. Sie hatten Bock auf dieses Spiel und haben das auch gezeigt, ohne über-motiviert zu Werke zu gehen. Ich bin stolz, dass alle diesen richtig guten Mittelweg gefunden haben und wir endlich nochmal gegen die HSG gewinnen konnten.“

Es spielten: Reifenrath (24/3 Paraden) – Bayer (1/1), Brenner, F. Henseler, M. Henseler (4), P. Hombach (8/2), Löhmann (3), Nickel (2), Philipp (3), Renji (4), J. Rödder (2), M. Rödder (3), Schneider (4), Weib.

Weiter geht es für die Herren des SSV nach einer spielfreien Woche am übernächsten Samstag in Urmitz gegen einen der drei Mitaufsteiger.

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